Glück gehabt (rm)

Kaum das im Studio der letzte Ton verklungen war, saß ich schon mit meinen Reisemaggies im WoMo und fahre direkt vom Lerchenberg nach Freiburg. Leider ging die Aufzeichnung so lange, dass ich in die Gefahr geriet in die Vollsperrung der A5 bei Achern zu geraten. Ab 16.oo Uhr sollte die Autobahn für Brückenbauarbeiten bis zum Sonntag gesperrt werden. Also habe ich die Reiseroute umlegt und bin über Frankreich nach Freiburg aufgebrochen. Freie Autobahnen und ein immer besser werdendes Wetter ließ die Laune mit jedem Kilometer steigen. Auch in Frankreich, null Probleme. Nach 50-60 Kilometer auf der (kostenlosen!) A35 ging es auf der Landstraße wieder nach Deutschland.

Kurz vor der Grenze gibt es einen lauten Knall. Das Wohnmobil neigt sich seitlich und hoppelt, als würde ein Rad im Graben neben der Straße fahren. Allein, neben der Straße ist kein Graben, neben der Straße ist der Rhein. Sofort ist klar, ein Reifen ist geplatzt. Und das ausgerechnet auf der Rheinbrücke. Jetzt ist die Brücke bei Rheinau eine schmale 2-spurige Angelegenheit. Kein Seitenstreifen, keine Chance anzuhalten, ohne ein Verkehrschaos auszulösen. Und da die Ausweichroute über Frankreich kein richtiger Geheimtipp ist, wäre das Chaos gewaltig, denn über die kleine Brücke zieht sich eine dichte Autokolonne in beide Richtungen. Aber nicht nur der Verkehr zwingt zum Weiterfahren auf der Felge. Es wäre auch schlechterdings unmöglich an dieser Stelle Pannenhilfe zu leisten. Also gilt es, mit dem rüttelnden WoMo ganz langsam zum deutschen Rheinufer zu kriechen. Zuerst folgen die Fahrer der Fahrzeuge hinter mir fluchend im Millimeterabstand. Als sich die ersten Reifenteile lösen, geht die Meute zu einem katholischen Abstand über.

In Deutschland flüchte ich mich in die erste Parkmöglichkeit und betrachte den Schaden. Ein wildes Nest von Gummi und Stahlgeflecht wickelt sich um das unförmige Ding, dass mal meine Felge war. Die Verkleidung um das Radgehäuse ist weg. Irgendwelche Kabel hängen auf der Straße. Schei…!

Zuerst mal den ADAC anrufen. Dann laufe ich auf die Brücke zurück um meine fehlenden WoMo-Teile wieder einzusammeln. Zum Glück finde ich sie sofort und es ist noch keiner drübergefahren. Der Wagenheber erweist sich als Witz für ein Wohmobil, dafür hat das Reserverad noch ordentlich Luft drauf. Nach einer guten Stunde trifft der gelbe Engel ein. Sein Wagenheber kommt zwar auch an seine Grenzen, aber mit Hilfe der WoMo-Stützen bekommen wir mit vereinten Kräften das Auto hoch. Der Radtausch ist dann unspektakulär. Nach einer weiteren halben Stunde geht die Fahrt auf dem Ersatzrad zur nächsten Tankstelle und von dort mit korrektem Reifendruck weiter nach Freiburg.

Mit fast zwei Stunden Zusatzfahrzeit komme ich auf der Rennbahn an. Nach einem Arbeitstag und einer Abenteuerreise bin ich froh, als mich die Oberhausener Truppe zu sich an den Tisch ruft und mir die schlechte Laune mit flüssigen und festen Lebensmitteln vertreibt. Und so wird es noch ein schöner Abend im frühsommerlichen Freiburg.

Der nächste Morgen beginnt alles andere als frühsommerlich. Es tropft. Es tropft in mein Gesicht! Im Bett! Das Außengeräusch verrät, es regnet. Aber schließlich liege ich im Wohnmobil und es regnet draußen. Aber das Geschüttel von gestern hat mir offensichtlich die Dachnaht  mürbe gerüttelt. Da werde ich wohl mit etwas Silkon nachdichten müssen.  Die Bahnbeobachtung in Freiburg war dann wenig aufregend. Nur der ab und zu einsetzende Regen war nicht so schön. Eine Schau ist allerdings der neue Startkasten auf 480. Der ist zusammen mit dem 350iger das Beste was es in Deutschland als Startkiste gibt. Wohl dem Verein der einen Thomas als Chef hat.

Alles in allem, eine Reise mit Hindernissen, aber es hätte noch viel schlimmer kommen können.

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