Ein grandioser Renntag in Oberhausen (jl)

Der Vorabend vor dem Rennen am Sonntag

Auch mit ein paar Tagen Abstand ist das vergangene Wochenende in meinem Gedächtnis unglaublich präsent. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, das Hubertusrennen 2012, veranstaltet von „unserem“ Windhund-Rennverein Kurpfalz. Schon die am Samstag Nachmittag zelebrierte Hubertusmesse setzte einen stimmungsvollen Akzent, der von traumhaft schönem Herbstwetter unterstrichen wurde. Unsere Anlage präsentierte sich in einem wunderschönen Zustand und versprach dem Rennen am Sonntag eine würdige Kulisse zu bieten. Zu unserer großen Freude hatten sich mehr als 100 Windhunde angekündigt.

Für die obligatorische Tierarztkontrolle am fortgeschrittenen Samstag Nachmittag hatten wir uns eine kleine Neuerung einfallen lassen. Die Windhundfreunde, die ihren Renner am Sonntag an der Start bringen wollten, „zogen“ Nummern für die Vorführung beim Veterinär. So konnte die übliche große Nervosität von Hunden und Besitzern in der Warteschlange drastisch reduziert werden, weil es möglich war mit seinem Hund erst kurz bevor dieser an der Reihe war am Ort des Geschehens zu erscheinen. Der Ablauf funktionierte erstaunlich reibungslos. Insbesondere Besitzer von Hunden, die, wie ich mit meinem Erdész, in der Schlange immer zu kämpfen haben, wussten dieses modifizierte Prozedere zu schätzen.

Der 280er Startkasten

Besonders gespannt waren die für das Rennen beim WRV Verantwortlichen auf den Einsatz unserer neuen Zeitmess- und Zielbildanlage. Diese war zwar schon bei den Trainings in den Sommermonaten zum Einsatz gekommen und hatte dort ihre Leistungsfähigkeit grundsätzlich unter Beweis gestellt, die Feuertaufe eines Renneinsatzes stand jedoch noch bevor. Die Anlage stammt von der Firma Sportronic und ist ein bewährtes, von verschiedenen Sportverbänden abgenommenes System. Im Windhundrennsport kam sie bisher jedoch nicht zum Einsatz. Mit ihr sind wir beim WRV in der Lage die Zeiten auf die 1/1000 Sekunde genau zu bestimmen und auf dem Zielbild auch engste Einläufe auszuwerten und die Platzierungen sicher zu ermitteln.

Die ersten drei Boxen

Am frühen Sonntag Morgen lag noch eine hochnebelartige Bewölkung über der Kurpfalz, aber die am Morgen aus Richtund Speyer angereisten Gäste wussten Gutes zu berichten. Dort war die Sonne bereits zu sehen. Das Rennen begann, wie geplant, mit einigen Funktionsläufen gegen 09.30 Uhr und mit den Vorläufen des Rennens ab 10.00 Uhr. Nicht nur die Zahl der gemeldeten Windhunde war sehr ansehnlich, sondern auch die Besetzung bei einigen Rassen und Klassen erstaunlich hochklassig. Insbesondere bei den Whippets war fast alles von Rang und Namen am Start, inklusive des Weltmeisters bei den Rüden der A Klasse. Es versprach spannende Läufe zu geben … und dieses Versprechen wurde auch eingelöst.
Bei den Magyar Agár hatte sich die Welt- und Europameisterin (2012/2011) Körösvidéki Csavargo Arany Villám angekündigt. Sie war auch angereist, aber auf dem Weg aus Ungarn in der Nacht zuvor läufig geworden. Damit war ihr Start im regulären Rennen leider ausgeschlossen. Sie wurde von ihren Besitzern zurückgezogen, zeigte dann aber in einem Funktionslauf nach den Finals ihre Ausnahmestellung. So blieb bei den Magyar Agárak leider nur ein sehr kleines, aber feines Feld mit Betcha Katcha Penny Lane, Lara und Thajra’s Erdész übrig.

… und los geht’s

Leider waren andere potentielle Kandidaten für das Starterfeld der ungarischen Windhunde verhindert. Hierzu gehörte zum Beispiel Erdész‘ Schwester Eliz, die in Oberhausen bei den vergangenen Rennen immer sehr erfolgreich gewesen ist oder aber auch Dévaj Szende, die seit wenigen Tagen Mutter von 7 gesunden Welpen ist (siehe hierzu weitere Artikel in diesem Blog). Um das Rennoval herum wurde Prominenz aus dem Magyar Agár Umfeld gesichtet, wie Judith Szanka, die bekannteste Züchterin dieser Rasse aus Ungarn und Barbara Eichhammer, Zuchtkommisionsmitglied für unsere Rasse beim DWZRV. Außerdem wurde mit der jungen Hündin Dévaj 1976 Fanfar von Thorsten Jerg hoffnungsvoller Nachwuchs gesichtet. Eventuell ist sie, wie mein junger Rüde Dévaj 1976 Dobos, bei der Grasbahnmeisterschaft im April 2013 schon mit von der Partie.

Erdész auf dem Weg in die Box beim VL

Lara vor ihrer Startbox im VL

Der Vorlauf der Magyar Agár war dann eine recht klare Sache für Erdész (unter blau), der in diesem Lauf früh an die Spitze ging und mit 30,649 sec eine Zeit hinlegte, die nicht einmal 3/100 sec über dem bestehenden Bahnrekord der Rüden liegt.

Erdész mit Full Speed im Vorlauf

Etwas verhalten in diesem Vorlauf lief Penny Lane („Lala“), die mit 31,606 sec mit etwa einer Sekunde Rückstand nur auf Platz 3 ins Ziel kam. Das erlaubte Lara nach guten Lauf mit 31,391 den 2.n Platz zu erobern.
Erdész bot vor dem Start ein besonders intensives Schauspiel seines inzwischen allseits bekannten Kampfgeheuls und war, auch nachdem ich ihn hochgenommen hatte, nicht zu beruhigen, sondern wand sich wie ein Krokodil. Ich hatte einiges zu tun, ihn geordnet in seine Box zu befördern.

Lala hat im Finale in Halbkurve 1 die Nase vorn (Foto Vicky Gröbl – eine weitere hervorragende Windhundfotografin)

… ein bisschen später: Erdész versucht auf Lala aufzuschließen

Im Finale hatte Erdész dann ein wenig mit seinem schlechteren Start aus Box 6 zu kämpfen. Er querte, nach dem er für einen Wimpernschlag Tempo rausnahm, hinter Lala und Lara, die aus den Boxen 4 und 5 gestartet waren, sehr früh auf die freie Linie nach innen. Durch diesen notwendigen Schlenker gelang es ihm nicht bis zum Ende der Startgeraden ganz nach vorn zu kommen. Dort hatte sich nach gutem Start Lala positioniert, die diesen Vorsprung auch noch durch Halbkurve 1 und einen Teil von Halbkurve 2 verteidigen konnte. Dann war Erdész wieder da und zog vorbei. Allerdings gelang Lala ein deutlich besserer Lauf und und sie lag im Ziel nur knapp hinter Erdész, der mit 30,79 sec wiederum eine sehr gute Zeit erzielen konnte.

Die Whippet Rüden der Nationalen Klasse warten auf’s Häschen

… und dann ist die Post abgegangen

Schön anzuschauen und super spannend waren die Finalläufe der Whippets. Hier war alles geboten was diesen Sport so reizvoll macht. Auch erfreulich, dass es ein kleines Starterfeld bei den Greyhounds gab. Hier konnte die Lokalmatadorin Tiffany’s Hope auf ihrer Lieblingsbahn ihr Können unter Beweis stellen und gewann Vorlauf und Finale.

An diesem Rennsonntag gab es auf der Anlage des WRV eigentlich nur zufriedene Gesichter zu sehen. Ein schönes Zeichen für den WRV, dass sich alle Mühen der Vorbereitung gelohnt haben, die Veranstaltung ein voller Erfolg war und allen Spass gemacht hat. Das ist der Maßstab für die als nächstes anstehende Grasbahnmeisterschaft im kommenden April.

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